Monatsarchiv: Januar 2006

herr nicklitsch

[photopress:herr_nicklitsch_2.jpg,full,pp_empty] foto: servus franz

herr nicklitsch war eigentlich ein ganz normaler bürger, so normal man sein kann, wenn man eben nicklitsch heißt, denn in diesem namen steckt ja immerhin das wort „nickelig“, was so viel bedeutet wie „bösartig, hinterlistig“, wenn auch auf eine liebevolle art.

ein bisschen war dieser herr nicklitsch auch danach. genau genommen war er die personifizierte nickeligkeit. allerdings hätte er das nicht so gesehen, sondern sich bestenfalls als kritisch bezeichnet. mit recht kritisch, nicht etwa aus purer lust am kritisieren. aber jeder, der ihn kannte, hätte ihn als den typ mensch beschrieben, der nur deshalb stets ein haar in seiner suppe findet, weil er sein haupt schüttelt, solange er sie isst.

nun, herr nicklitsch lebte in einer kleinen stadt, und schon das gab ihm anlass genug, nach herzenslust zu nörgeln. über das wetter beklagte er sich sowieso, doch gab er den stadtvätern die schuld daran, dass das straßenpflaster bei regen zu rutschig war, bei sonnenschein zu stark blendete. überhaupt empfand er die mischung aus altem kopfsteinpflaster und modernem gestein als geldverschwendung. man hätte ja auch ganz praktisch asphaltieren können.

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eine geschichte, wo eine frau eine andere trifft und wo sich dann die eine frau denkt, daß sie es der andern aber hinein sagen wird. das näxte mal. weil gleich ist ihr nix eingefallen.

also

eine frau trifft sich mit einer andern. die mädls wollen essen gehen und viel tratschen und sich allerhand erzählen und das eine oder andere besprechen und wie siehst du das? und wie verstehst du das? und klärst du mich amal über dieses/jenes auf? und wie ist das bei dir? und hast du das gehört/gelesen? und wie macht man das? und tut dir das auch weh? und ich steh total auf das und auf das und überhaupt ist das super/toll/beschissen/haarsträubend…und und und…
und also holt die eine frau die andere ab. und bussi rechts und bussi links und du hast a ganz a rotes naserl und ha ha, sehr witzig, es ist ja auch arschkalt draußen.

und dann a bissl smalltalk und dies und das und dann frägt die eine frau die andere „fallt dir nix auf an mir?“ oje, jetzt ist die andere aber in der bredouille, weil ihr fallt nix auf. „ääähmm“, sagt sie also, um zeit zu schinden, reißt ihre augerln auf und aber ihr fällt trotzdem nix auf und also sagt sie die wahrheit „nein, mir fallt nix auf!“
„na, ich war beim friseur!“

jessas na! und sowas wird nicht bemerkt! das ist ein schlimmer fauxpas und wie soll sie das jetzt wieder gut machen? ausreden (ich hab die brille nicht auf. es ist zu finster da herin, du bist sowieso immer die hübschlichste usw.) fruchten nicht so wirklich. aber naja, passiert ist passiert und hintenach reitet die alte urschel.
und aber das ganze wird dann zum glück kaschiert durch die diskussion wo man denn nun hingeht. dort ist es zu laut und dort zu eng und dort zu kalt und nein, mir ist heut nicht nach griechisch/türkisch/italienisch und nach einigem hin und her, bitte man braucht ja nur reden miteinand und schon gibt’s a lösung, findet sich dann das richtige lokal, und jeder gusto und jede laune ist berücksichtigt und jedem gusto und jeder laune ist genüge getan.
gut also.

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denn staub bist du, zum staub musst du zurück (gen.3.19)

so ein blödsinn.
das menschsein fangt beim schleim an.
alles ist schleimig, wenn 2 leut ihre lulu zusammenstecken.
und das setzt sich das ganze leben fort, das mit dem schleim.
aus allen öffnungen schleimt’s.
grauslich. a einziger schleimpatzen, so a mensch. direkt unappetitlich.
ungustiös. pfui gagg!

vielleicht geht’s ma besser, wenn ich alle angeschneutzen taschentücher entsorgt hab.
und wenn sich nicht der tod dazu schlagt, dann werd ich das gerotze überleben.
nämlich!
🙂

der eisbaum

[photopress:eisbaum_600.jpg,full,centered] foto: servus franz

über nacht war die kälte gekommen, hatte ihn überrascht, ihm die blätter entrissen und ihn nackt und bloß im schneidenden wind stehen lassen.

am ufer stand ein kleines mädchen. lange starrte es auf die eisfläche und dachte bei sich: „wenn es der baum schafft, sich so ins eis zu drücken, dass es aufbricht, dass es schließlich ganz weicht und er sich wieder im wasser spiegeln kann, dass wie in vergangenen tagen sich die wellen in seinen zweigen kräuseln, die fische über seine äste springen und die wasservögel in seiner baumkrone landen, wenn er also der kälte trotzen kann und die hoffnung doch nicht verliert, dass der frühling zurückkehren wird, um alles mit wärme zu erfüllen und neues leben zu bringen, wie soll ich da aufgeben? die hand des winters hat so eisig nach ihm gegriffen, wie der schmerz nach meinem herzen. zwar friere ich und alle hoffnung scheint dahin, aber tief in mir ist es warm. ich werde die kälte besiegen … so wie er.“.

und das mädchen legte in stummem einvernehmen seine hand auf den stamm des baumes. sie fühlte sich nicht mehr allein in der kälte, die beide umgab. und in diesem moment wusste sie es ganz genau: tief in ihnen schlummerte der wille zum überleben. die flamme war nicht erloschen, sie schlief nur, würde mit sicherheit aufflackern und die kälte niederringen.

sex & crime daheim: ein vegetarischer mord

Kartoffel-500.jpg foto: servus franz

die gar grausige geschichte von der kartoffel

in einer dunklen kellernische lag in einer verrotteten stellage eine vergessene kartoffel. die tage zogen eintönig dahin. gelegentlich schaute die einsame erdfrucht zum anderen ende der kartoffelkiste, wo ein paar ihrer schwestern ein ebenso trübseliges dasein fristeten. aber im grunde genommen hatte man sich aus den augen verloren und pflegte keinerlei kontakt mehr. das aufregendste in diesem jammertal war noch der gelegentliche besuch zweier mäuse, die sich über die traurige gestalt lustig machten. „Sieh doch nur, wie schrumpelig sie ist!“, meinte die eine. „Ja, da hab ich auch schon frischere gesehen!“, erwiderte die andere.
eines tages geschah etwas ungewöhnliches. es wurde plötzlich hell und die kartoffel wurde unsanft aus ihrem dämmerschlaf gerissen. „da sind ja doch noch ein paar! für die wird es aber so langsam zeit! die treiben ja schon!“, tönte eine stimme. und schon fühlte sich die einsame knolle unsanft angehoben und in eine kühle, harte behausung geworfen. die kartoffel schrie vor schmerz laut auf, als eine ihrer dickeren schwestern auf sie plumpste. kaum, dass dieser schlag verdaut war, begann ein heftiges schütteln und schaukeln, das erst nach einer weile mit einem heftigen ruck zum stillstand kam. die geplagte seele atmete auf, wagte sogar gespannt die augen zu öffnen und blickte in ein grelles licht, das von oben hereinfiel. dieses verdunkelte sich aber sogleich wieder, grobe hände griffen nach der ärmsten und warfen sie in hohem bogen in wasser, das so eiskalt war, dass die kartoffel bis ins mark erstarrte. wieder purzelten ihre schwestern über sie, ein kampf ums überleben in den fluten begann.
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hin und wieder wünscht ich, ich hätt an videorekorder!

heut zum beispiel wünsch ich mir das. weil ich kann nicht schlafen.
hab schon schäfchen gezählt, mehr als es in ganz australien gibt.
hab sogar in die ferne gesehen und mich dann im endeffekt eh geärgert, weil’s da nur schrott gab.
dann hab ich in büchern geschmöckert, aber keines hat es mir so richtig angetan.
hausarbeit könnt ma machen, aber da weckt man dann andere leut auf, das ist auch nicht so das wahre dann.
also irgendwie passt grad gar nix.
und morgen werd ich ausschauen wie a z’nepftes hendl. sehr super!

ps: und jetzt dürfts ihr raten, wer mich beeinflußt hat, bei dem gekritzel!

Noch’n Plakat

Noch'n Plakat

Tja, Wien ist reich an Plakaten, wie man sieht, und NEIN, es ist keine Vergrößerung der Werbung auf Zigarettenpackungen. Vielleicht aber genauso sinnvoll … grübel …