Tagesarchiv: 7. Januar 2006

sprachbarrieren

sprachbarrieren

dass man sich im ausland befindet, merkt man im allgemeinen sehr bald an der sprache.
nun könnte man annehmen, dass dies kein größeres problem darstellt, wenn man beispielsweise als deutscher nach wien fährt.
aber weit gefehlt!
steht man an der bassena und lauscht dem geplauder der umstehenden, tauchen über kurz oder lang wortfetzen auf, deren bedeutung sich dem interessierten zuhörer nicht auf anhieb erschließen.
was z.b. ist ein häferl, was ein gschlader oder kracherl? was tun diese menschen, wenn sie hurteln, hackeln oder hatschen? was in aller welt heben sie unter einem quargelsturz auf, und warum sind die sessel im beisl so hart? wörter wie „kralawatschert“ und „gschisdigschasdi“ klingen noch putzig im ohr des fremden, „mausvöglerei“ hingegen anstößig. wenn etwas schiach ist, ist das gut oder schlecht? wieso bedeutet „abtreiben“ hier, dass man den teig schaumig rührt, und „adeln“, dass man den dung aufs feld ausbringt?
manches erschließt sich nur aus dem zusammenhang, aber es klingt kommod und unter einsatz des wiener schmähs geht sich das dann doch im ende aus, obwohl man sich mehr und mehr wie ein zwutschkerl vorkommt und mit dem gedanken spielt, sich still und leise zu verzupfen …

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