sex & crime daheim: ein vegetarischer mord

Kartoffel-500.jpg foto: servus franz

die gar grausige geschichte von der kartoffel

in einer dunklen kellernische lag in einer verrotteten stellage eine vergessene kartoffel. die tage zogen eintönig dahin. gelegentlich schaute die einsame erdfrucht zum anderen ende der kartoffelkiste, wo ein paar ihrer schwestern ein ebenso trübseliges dasein fristeten. aber im grunde genommen hatte man sich aus den augen verloren und pflegte keinerlei kontakt mehr. das aufregendste in diesem jammertal war noch der gelegentliche besuch zweier mäuse, die sich über die traurige gestalt lustig machten. „Sieh doch nur, wie schrumpelig sie ist!“, meinte die eine. „Ja, da hab ich auch schon frischere gesehen!“, erwiderte die andere.
eines tages geschah etwas ungewöhnliches. es wurde plötzlich hell und die kartoffel wurde unsanft aus ihrem dämmerschlaf gerissen. „da sind ja doch noch ein paar! für die wird es aber so langsam zeit! die treiben ja schon!“, tönte eine stimme. und schon fühlte sich die einsame knolle unsanft angehoben und in eine kühle, harte behausung geworfen. die kartoffel schrie vor schmerz laut auf, als eine ihrer dickeren schwestern auf sie plumpste. kaum, dass dieser schlag verdaut war, begann ein heftiges schütteln und schaukeln, das erst nach einer weile mit einem heftigen ruck zum stillstand kam. die geplagte seele atmete auf, wagte sogar gespannt die augen zu öffnen und blickte in ein grelles licht, das von oben hereinfiel. dieses verdunkelte sich aber sogleich wieder, grobe hände griffen nach der ärmsten und warfen sie in hohem bogen in wasser, das so eiskalt war, dass die kartoffel bis ins mark erstarrte. wieder purzelten ihre schwestern über sie, ein kampf ums überleben in den fluten begann.

mit der zeit fühlte die nur knapp dem ertrinkungstod entronnene aber, dass ihr das klare, kühle nass gut tat. ihre haut straffte sich, sie fühlte sich frischer als seit langem, sie schöpfte sogar mut und träumte von einem neuen, erquicklichen dasein. doch eben diese hoffnung sollte sich als äußerst trügerisch erweisen. das frische bad war nämlich nur die vorbereitung auf einen unglaublichen leidensweg. denn noch im wahn ihrer neu gewonnenen jugend begriffen, wurde die kartoffel erneut gepackt, und der druck auf ihre schlanke taille ließ sie unwillkürlich aufstöhnen. mit brutaler gewalt wurden ihr die augen herausgerissen und sie fühlte, wie über ihren leib eine art hexenbesen fuhr, wieder und wieder mit kreisenden bewegungen, so dass keine pore ihrer haut unberührt blieb. gefangen in diesem unfassbaren schmerz bemerkte die geschundene kaum, wie ein tiefer schnitt in ihr fleisch fuhr. blitzschnell wurde sie nun herumgewirbelt, und dabei zog man ihr bei lebendigem leib die haut ab. nackt und bloß, blind, doch im bewusstsein, den blicken unbekannter preisgegeben zu sein, lag sie völlig ermattet auf einer harten unterlage. kalter schweiß trat aus ihrem körper und rann an ihr herunter. todesangst stieg in ihr auf, aber ihr starker überlebenswille ließ auch kleine hoffnungsfunken aufflackern. gefangen in diesem wellental der gefühle versuchte sie, sich ein wenig zu fassen. doch hatte sie schon geglaubt, dass es schlimmer nicht kommen könnte, so sah sie sich herb getäuscht! erneut durchzuckte sie der schmerz, verursacht durch eine scharfe klinge, die sie nun in hauchfeine streifen zerteilte. fast verlor sie die besinnung.

das letzte, was sie hörte war: „zweimal pommes, rot-weiß!!“ … dann versank sie sterbend in ihrem siedendheißen grab …

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6 Antworten zu “sex & crime daheim: ein vegetarischer mord

  1. so kanns gehen… womöglich auch noch bei mcdonalds 😉

  2. jessas na!!
    da sollt ma doch gleich protestieren, gegen solch grauenhafte schändlichkeiten!
    🙂

  3. ich möchte übrigens nicht unerwähnt lassen, dass diese kartoffeln österreichischen boden nicht verlassen haben! franz hat das foto speziell zu diesem zweck gemacht, auf heimischem boden! :-)))

  4. Gibt es bei uns Kartoffeln? Ich hab immer gedacht, hier sind nur Erdäpfel erhältlich! 😀

  5. i kumm imma wieda her ,
    so sche traurig is die gschicht …

    ;-))) franz

  6. du hast aber auch ein weiches herz, franz … selbst für erdäpfel! :-)))

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