Tagesarchiv: 30. Januar 2006

herr nicklitsch

[photopress:herr_nicklitsch_2.jpg,full,pp_empty] foto: servus franz

herr nicklitsch war eigentlich ein ganz normaler bürger, so normal man sein kann, wenn man eben nicklitsch heißt, denn in diesem namen steckt ja immerhin das wort „nickelig“, was so viel bedeutet wie „bösartig, hinterlistig“, wenn auch auf eine liebevolle art.

ein bisschen war dieser herr nicklitsch auch danach. genau genommen war er die personifizierte nickeligkeit. allerdings hätte er das nicht so gesehen, sondern sich bestenfalls als kritisch bezeichnet. mit recht kritisch, nicht etwa aus purer lust am kritisieren. aber jeder, der ihn kannte, hätte ihn als den typ mensch beschrieben, der nur deshalb stets ein haar in seiner suppe findet, weil er sein haupt schüttelt, solange er sie isst.

nun, herr nicklitsch lebte in einer kleinen stadt, und schon das gab ihm anlass genug, nach herzenslust zu nörgeln. über das wetter beklagte er sich sowieso, doch gab er den stadtvätern die schuld daran, dass das straßenpflaster bei regen zu rutschig war, bei sonnenschein zu stark blendete. überhaupt empfand er die mischung aus altem kopfsteinpflaster und modernem gestein als geldverschwendung. man hätte ja auch ganz praktisch asphaltieren können.

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