Monatsarchiv: Januar 2006

es ist wieder einmal soweit zu sagen, daß ich den winter nicht überleben werd!

es hat minus gräder. minus 13.7! das ist schon extrem für wien. gemäßigtes pannonisches klima scheint momentan außer kraft gesetzt! *klirr*
ziehts euch warm an leutln!!

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frau sucht einen mörder oder immer wenn man einen mann braucht ist der nicht da

**********WARNUNG***********

diese geschichte stellt anforderungen an eine ganz bestimmte art des humors. wenn sie den nicht haben, könnten reaktionen hervor gerufen werden, die von der autorin weder erwünscht noch erzwungen werden wollten. bei ganz schlimmen zu/umständen ziehen sie bitte einen therapeuten ihres vertrauens zu rate!

**********ENDE DER WARNUNG**********

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frau ist richtig schlecht drauf. sie hat depressionen.
nix passt. hinten und vorn nicht.
die arbeit is orsch, privat alles orsch.
und winter ist, da ist sowieso alles beschissen. es wird spät hell und früh finster und überhaupt.
also beschließt frau, daß jetzt der richtige zeitpunkt gekommen ist sich zu verabschieden, weil was macht sie noch da? is eh für’n hugo, des leben.

morgen ist frau mit dem auto unterwegs und sie kennt die strecke und da gibt es ein paar gute platzerln wo man dagegen fahren kann. mit schwung.
also los geht’s.

aber das wird nix.  Weiterlesen

in vino veritas oder die verdrängung des lebens

frau trifft mann.
den kennt sie von früher. is schon a weil her.

mei, schon lang nimmer g’sehn! is ja ewig her! wie geht’s da denn? was tuast denn so?
es geht sich grad a kaffee aus, am bahnhof, so auf die schnelle. man plaudert a bissl wie das war damals und jessas wie die zeit vergeht und wie lang ist des jetzt her?
usw. usw.
und dann macht man sich a treffen aus. beim heurigen. weil da sitzt es sich gemütlich und gut essen kann man dort und der g’spritzte ist auch nicht zu verachten und es redet sich leichter.

und dann ist es soweit.
heurigentisch blog.jpg

die beiden sitzen am bankerl, so vis-a-vis, und schaun sich blöd an. und jeder denkt sich seinen teil und komisch alles und so.
dann kommt die kellnerin.

er bestellt sich einen spritzer. die frau möcht a mineralwasser. von heraußen. nicht kalt. weil kalte gesöffer verträgt sie nicht. weil wegen dem magerl. weil sie sich immer so ärgert und so. und alles sehr heikel.

er sagt: du bestellst da keinen wein?
sie sagt: na! ich mag keinen wein. schmeckt mir nicht.

er schaut sie erstaunt an.
sie schaut fragend zurück.

er sagt (schmunzelnd): also ich kann mich erinnern, du hast damals ganz schön gebirschtelt.
sie (ohne an grinser, ganz im gegenteil. also sie schaut entsetzt):

IIICCCHHH???! na! da verwechslst mi jetzt aber!
na, meint er, ich weiß das noch genau.
du weißt das noch genau?, fragt sie, wie kann das sein?
sie weiß von nix und ihr hat das zeugs ja noch nie geschmeckt, sagt sie. Weiterlesen

anleitung für den umgang mit raunzern oder eine kleine anleitung für die, die selber welche werden wollen

das erste und allerallerwichtigstes gebot beim umgang mit raunzern ist: ernst nehmen!
ganz, ganz wichtig. für den raunzer.
und für den, der das vergnügen hat, sich das geraunze (gesuder) anzuhören.
raunzer wollen sich aussprechen. so lang sie raunzen geschieht nix. das ist wahrscheinlich so wie mit den bellenden hunden. eventuell.

noch einmal, weil ganz wichtig: zuhören und ernst nehmen!!

es geht da ja um was. um wichtige dinge, wenn nicht sogar um die wichtigsten, elementaren, ereignisse im leben eines menschen. die bringt er zum ausdruck, der raunzer. meist leidet er ganz fürchterlich dabei oder er regt sich auf oder was weiß ich was sonst noch.

also bitte leute: zuhören und ernst nehmen!

ich bring einmal ein beispiel, denn ich meine, dadurch wird es wesentlich verständlicher.
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schneeschmiedchen als die sieben zwerge

schnee__600.jpg foto: servus franz

nur mal so angenommen, es gäbe tatsächlich zeitmaschinen. könnte ja sein. weiß man’s?
hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, ob sich die zeitverschiebung auch auf gegenstände auswirkt? nehmen wir z.b. mal ein märchenbuch. gut, man kann die darin beschriebenen handlungen nicht wirklich an einer jahreszahl festmachen, aber dieses ganze szenario mit königen und meist wunderschönen prinzessinnen, die vorzugsweise in verwunschenen schlössern leben und sich der christlichen nadelarbeit und ähnlich sittlichen dingen widmen bzw. durch die gegend reiten, um ihre ländereien zu inspizieren, würde man ja eher im späten mittelalter ansiedeln. alles nichtkönigliche geblüt beschäftigt sich vorwiegend mit handwerklichen tätigkeiten, und die kriminalität wird mit wildem charme in finstere wälder verlegt, wo dann bereits das gejaul einiger sich auf der reise befindlichen hobbysänger die räuber in die flucht schlägt.
aber zurück zur zeitmaschine. was würde geschehen, wenn man nach einer reise – etwa ins jahr 2000 – „grimms volks- und hausmärchen“ aufschlüge? könnte es vielleicht sein, dass sich die handlung der märchen durch die zeitreise den neuen gegebenheiten angepasst hätte?
wie sähe der tag eines schneewittchens und seiner sieben zwerge dann aus? die arbeit in der silbermine wäre ebenso wenig zeitgemäß wie das tragen von zipfelmützen.
wahrscheinlich würde man eher solche szenen lesen:

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des is a Birnenstingl mit ana Mostbirn drunter …

 

birnenstingl, neu.jpg foto: servus franz

so hat es der servus franz erklärt. von dem ist nämlich das bild.  mich hat es immer an die birnen des herrn von ribbeck auf ribbeck im havelland erinnert, in dessen garten ja bekanntlich dieser birnbaum stand. … bekanntlich? genau das frage ich mich gerade. wo nämlich beginnt ein mensch, sich zum träger österreichischen kulturguts zu entwickeln, und wo wird er eigentum deutscher verskultur?

der herr von ribbeck ist wohl jedem deutschen kind vertraut. dieser mann mit witz, der vorausschauend seinem eigenen sohn misstraute und ihm ein schnippchen schlug mit seinem letzten wunsch.

auch mörikes „er ist’s“ oder eichendorffs „ weihnachten“ mit dem verlassenen markt, von den straßen ganz zu schweigen, ist eigentlich jedem hier bekannt. dann wäre da noch der „erlkönig“ und natürlich die „füße im feuer“. … aber was macht der österreicher derweil? teilt er das, oder beginnt da schon die entwicklung in verschiedene richtungen?

wann werden wir europäer, fragt man sich, oder geht das gar nicht oder brauchen wir das eigentlich überhaupt nicht oder ist es sowieso egal, wenn wir nur einfach mensch sind?

ja, das sind fragen, die man sich angesichts eines birnenstingls schon stellen kann … 

der gullideckel

Tulpen-Gardine-2.jpg

 

es war einer dieser dienstage, wie sie eigentlich jede woche sind. nicht besser und nicht schlechter. frau podrowski saß schon am frühen morgen hinter der gardine ihres küchenfensters und schaute hinaus auf den parkplatz.

jeden werktagmorgen kamen die angestellten der bank und stellten ihre autos dort ab. die alte frau kannte eigentlich jeden der leute, ohne dass diese jemals notiz von ihr genommen hätten. sie sahen sie ja nicht hinter dieser gardine, die nach frühling duftete, ihn aber dennoch nicht in die kleine küche ließ, in der es seltsam roch und dunkel war.

frau podrowski hingegen nahm anteil am leben der leute. wenn das fenster gekippt war, konnte sie die gespräche der jungen mädchen belauschen, die aus ihren kleinen, bunten autos sprangen, sich fröhlich begrüßten und dies und das erzählten. auch die kassiererin mittleren alters war frau podrowski vertraut … nebst der krankheitsgeschichte des gatten, denn davon sprach sie zum filialleiter, der stets graue anzüge trug und sich immer nervös über die angegrauten schläfen strich. es schien ihn nicht wirklich zu interessieren, aber die kassierin machte einen resoluten eindruck, und er wagte es wohl nicht, sich aus dem gespräch zu ziehen.

besonders gern mochte frau podrowski jedoch den netten, jungen mann mit dem motorrad. wenn er abstieg, setzte er den helm ab und schüttelte seine langen, dunklen haare. früher hätte es das nicht gegeben, aber die alte dame schmunzelte jedesmal, denn eitle männer waren ihr vertraut.

ihr eugen hatte … aber das war lange her und sie verdrängte den gedanken an ihren früh verstorbenen mann schnell wieder, denn heute war dienstag, und der platz um den gullideckel füllte sich allmählich.

der dienstag war frau podrowskis lieblingstag, denn nur dienstags kam der arzneimittelvertreter, einer der wenigen, die von der stillen beobachterin hinter der gardine wussten. er würde zum fenster rüberschauen, und sie würde leicht die gardine heben, damit er sie sehen konnte. ein winken, ein kurzes lächeln und dann wäre er auch wieder vorbei, der moment, auf den sich frau podrowski freute.

danach würde alles sein wie sonst auch. am abend würden sie alle ihre autos wieder abholen und wegfahren. wie jeden werktag. … nur der gullideckel, der blieb immer, und deshalb betrachtete frau podrowski ihn als eine art vertrauten. manchmal sprach sie sogar mit ihm, denn nur er kannte den parkplatz und die menschen dort so wie sie…