Tagesarchiv: 11. Februar 2006

tagebuch einer wienreise: 2. ankunft

freitag, 30. juli 2004:

die aufregung steigt ins unermessliche, der sohn kann nur mit dem kopf schütteln und ist sicher froh, dass er mich in köln los ist und in aller seelenruhe heimfahren kann.

cgn 2.michael.jpgfoto: michael gräf
natürlich bin ich viel zu früh am flughafen, aber das macht nichts, denn die atmosphäre dort mag ich. ist eh ein heimspiel, denn ich bin ja in unmittelbarer nähe aufgewachsen. erinnerungen an vergangene zeiten kommen plötzlich hoch. meine güte, wie jung ich damals war … und wie verliebt.

erfüllt mit derlei gedanken verbringe ich die zeit, bis der flieger endlich abhebt.

bei klarer sicht treibe ich meinem ziel zu… jedenfalls bis zu den alpen. dort lässt das sonnige wetter rapide nach, und ich kriege gar nicht so wirklich mit, dass die in meinem hinterkopf angesiedelte vorstellung von einem bergigen österreich nun so gar nichts mit der donauebene zu tun hat. natürlich bin ich schon häufiger in österreich gewesen, aber da waren stets berge. egal, ich nehme es, wie es kommt. … nur meine tasche kann ich leider nicht nehmen. die ist nämlich in den unendlichen logistischen tiefen verschollen.

etwas verspätet tauche ich mit meinem notfallpäckchen am ausgang auf, wo mich elfi schon erwartet. aha, denke ich, mein erster real-kontakt mit einer virtuellen bekanntschaft! ist ja völlig unkompliziert!

auf der fahrt in die innenstadt beginnt es leicht zu regnen. wir lassen uns aber nicht weiter davon stören und fahren trotzdem zum st. marxer friedhof.
friedhof, 3 figuren, 700.jpg
foto: elfi kaut
dort ist es fast menschenleer, und wir können uns in aller ruhe über die inschriften auf den grabsteinen amüsieren. zu köstlich, mit welchen worten man die hochwohlgeborenen herrschaften früher beisetzte. eine besondere rolle kam dabei stets der verbliebenen, durchweg liebenden gattin zu. elfi testet an den grabsteinen und statuen ausgiebig ihre neueste fotografische errungenschaft, ein lens-baby, und die sonne scheint auch wieder ganz allerliebst vom himmel. natürlich beeindruckt mich, dass mozart hier ursprünglich begraben wurde. ein hauch von alter zeit umweht den ort.

ich bin insgesamt sehr angetan von diesem ersten meilenstein meines wienbesuchs und kröne dieses erhebende erlebnis wenig später im heurigen mit dem verzehr eines riesigen wiener schnitzels.

cafe grienstadl.jpg

auf dem weg zu meinem hotel gewinne ich einen ersten eindruck von der innenstadt. wien ist so ganz anders als köln, meine eigentliche heimatstadt. viel alte bausubstanz ist erhalten, alles ist großzügig angelegt und von erheblichem prunk. auch mit london kann man es gar nicht vergleichen. es scheint mir alles ein spur eleganter, eben kaiserlicher zu sein.

mein hotel liegt in nicht allzu großer entfernung vom zentrum. ich werde von den wohl italienischen besitzern freundlich empfangen und bin nun mir selbst überlassen.

foto: elfi kaut

… wird fortgesetzt …

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