Tagesarchiv: 16. März 2006

der weg zum glück

weg, grafix, 600.jpg foto: frank jansen

müde setzte er einen fuß vor den anderen. es war wohl doch weiter als er gedacht hatte und nun kroch schon der abendnebel über den boden. dieser weg musste es sein, nur noch dieses stück, dann wäre er da. dort, wo das glück ist.

„es ist ein langer weg zum glück“, hatte die mutter zur nachbarin gesagt, und dieses war der längste weg, den er kannte. er war auch erst fünf jahre alt, und von der welt kannte er eigentlich nur das dorf und die nahe kleinstadt. am frühen nachmittag hatte er sich auf die suche gemacht, war am spielplatz durch das loch in der umzäunung geklettert, durch das neubaugebiet gelaufen und dann aus dem dorf heraus, um diese straße zwischen den feldern wiederzufinden, wo der vater im spätherbst das auto geparkt hatte, als sie den drachen hatten steigen lassen. das hatte ihm gefallen. ein lustiger tanz im wind, freiheit. da hatte er es gespürt, das was die mutter wohl meinte: glück.

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