Tagesarchiv: 22. März 2006

ist’s recht so?

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also, ich weiß überhaupt nicht, was die leute daran finden, ständig zum friseur zu rennen. das ist doch echt vertane zeit … so wie hausarbeit. muss getan werden, aber man sieht es nur, wenn es nicht gemacht ist.

heute hab ich mich endlich mal durchgerungen, und es war zum ersten mal höchst amüsant. schon als ich zur tür herein kam, fiel mir dieser baumlange junge bursche auf. zu diesem friseursalon gehe ich schon seit ewigen zeiten. einen friseur gab es da noch nie, nicht mal im herrensalon.

nun, die damen scharrten auch heftig mit den hufen und standen in einer traube um eine delinquentin herum, die von dem figaro bearbeitet wurde. ich ließ mich also im nachbarstuhl nieder und beguckte mir das spektakel. eine neue schnitttechnik? als der schneidemeister mal kurz ums eck verschwand, fragte ich nach, und das mädel erklärte mir ausführlich ihre diversen haarprobleme, angefangen vom fehlenden volumen bis zu der unmöglichkeit, die gewünschte rote strähne in das schwarze haar einzubringen.

dann tauchte der meister wieder auf … und er sprach sogar. der ist aber auch nicht aus der gegend, dachte ich. hört sich ja fast österreichisch an.

nun, während ich nun meinerseits zunächst die waschung über mich ergehen lassen musste, verfolgte ich weiter das geschäftige treiben neben mir. die auswahl der farbe kam einem hochkomplizierten gemisch aus chemischen formeln und mathematischen berechnungen gleich. da war die rede von prozenten, geheimnummern und irgendwas mit strichen. dazu wurde eine umfangreiche farbkarte zu rate gezogen und über die wechselwirkung von orange und violett auf den blondton diskutiert. eine wissenschaft für sich anscheinend, demnächst wahrscheinlich nur noch mit abitur zu bewältigen.

ich konnte erfolgreich verhindern, dass dieser fortbildungslehrgang auch noch auf mich übergriff, wobei ich … ach, nein, keine experimente mit meinem kopf, auch wenn der friseur noch so charmant ist!

immerhin war der friseurbesuch heute mal fast schon aufregend … und ich habe tatsächlich völlig vergessen, die käseblätter zu lesen, um mich über das leben der schönen und reichen zu informieren …

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