Tagesarchiv: 4. April 2006

der rabengott

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eines der schönsten wörter, die ich kenne ist „nimmermehr“. es steckt so viel poesie darin und auch so viel traurigkeit. für mich hört es sich so endgültig an, fast hoffnungslos, aber eben doch nicht ganz.
ist der wahrheitsgehalt der alten weisheit „was hänschen nicht lernt, lernt hans nimmermehr“ auch anzuzweifeln, so fällt es schon schwerer, sich dem charme solcher formulierungen wie im grimmschen märchen „brüderchen und schwesterchen“ zu entziehen: „… da hub die königin in der nacht an zu reden und sprach: „was macht mein kind? was macht mein reh? … nun komm ich noch diesmal und dann nimmermehr.“
seinen wohl berühmtesten auftritt aber hat das wort „nimmermehr“ wohl in edgar allan poes gedicht, wo der rabe sein vielzitiertes „nevermore“ spricht.

das obige bild gehört jedoch zur geschichte „der rabengott“:
„als hagen von tronje auf dem schlachtfeld erwacht, ist er blind. hilflos irrt der gefürchtete recke durch die finsternis – bis er eine flüsternde stimme vernimmt. das mädchen nimmermehr verspricht ihm heilung und hilfe, wenn er ihr sein geheimnis verrät. … hagen erzählt, wie er als junge vom siebenschläfer, einem mächtigen wesen, das den rhein beherrscht, verflucht worden ist, jeweils bei vollmond dem rhein gold zu opfern, und zwar stets ein wenig mehr als im monat zuvor. sollte er dies versäumen, so tötet der siebenschläfer zunächst alle menschen, die hagen etwas bedeuten oder sich in seiner nähe aufhalten. an den fluch glaubte hagen erst, als sämtliche menschen der burg, auf welcher er seine ausbildung erhalten sollte, auf mysteriöse weise verschwanden. das einzige, was zurückblieb, waren wasserlachen. … durch diesen pakt mit dem siebenschläfer ist hagen gezwungen, menschen wegen ihres goldes zu töten.“

„nimmermehr“ ist ein magisches wort. ich mag es einfach. … und ich bin mit dieser vorliebe nicht allein.

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