der rabengott

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eines der schönsten wörter, die ich kenne ist „nimmermehr“. es steckt so viel poesie darin und auch so viel traurigkeit. für mich hört es sich so endgültig an, fast hoffnungslos, aber eben doch nicht ganz.
ist der wahrheitsgehalt der alten weisheit „was hänschen nicht lernt, lernt hans nimmermehr“ auch anzuzweifeln, so fällt es schon schwerer, sich dem charme solcher formulierungen wie im grimmschen märchen „brüderchen und schwesterchen“ zu entziehen: „… da hub die königin in der nacht an zu reden und sprach: „was macht mein kind? was macht mein reh? … nun komm ich noch diesmal und dann nimmermehr.“
seinen wohl berühmtesten auftritt aber hat das wort „nimmermehr“ wohl in edgar allan poes gedicht, wo der rabe sein vielzitiertes „nevermore“ spricht.

das obige bild gehört jedoch zur geschichte „der rabengott“:
„als hagen von tronje auf dem schlachtfeld erwacht, ist er blind. hilflos irrt der gefürchtete recke durch die finsternis – bis er eine flüsternde stimme vernimmt. das mädchen nimmermehr verspricht ihm heilung und hilfe, wenn er ihr sein geheimnis verrät. … hagen erzählt, wie er als junge vom siebenschläfer, einem mächtigen wesen, das den rhein beherrscht, verflucht worden ist, jeweils bei vollmond dem rhein gold zu opfern, und zwar stets ein wenig mehr als im monat zuvor. sollte er dies versäumen, so tötet der siebenschläfer zunächst alle menschen, die hagen etwas bedeuten oder sich in seiner nähe aufhalten. an den fluch glaubte hagen erst, als sämtliche menschen der burg, auf welcher er seine ausbildung erhalten sollte, auf mysteriöse weise verschwanden. das einzige, was zurückblieb, waren wasserlachen. … durch diesen pakt mit dem siebenschläfer ist hagen gezwungen, menschen wegen ihres goldes zu töten.“

„nimmermehr“ ist ein magisches wort. ich mag es einfach. … und ich bin mit dieser vorliebe nicht allein.

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4 Antworten zu “der rabengott

  1. nimmermehr liegt so nah und beinhaltet, immermehr. wenn es nimmer gibt dann bedeutet
    es dass es eine bestimmte ewigkeit vorraussetzt, die man aber nur im „oblivion“
    wahrnimmt… ich frage mich was es mit dem geheimnis auf sich hat. warum
    moechte das maedchen nimmermehr sein geheimnis wissen. sind geheimnisse
    nur solche die andere nicht von uns wissen oder aber die auch uns selber fremd sind?

  2. nun, nimmermehr rettet hagen von tronje das leben und erwartet als gegenleistung dafür, dass dieser sie vor einem magier und teufelsanbeter beschützt, welcher angeblich nach ihrem leben trachtet. sie möchte an einen sicheren ort, das herbsthaus, gebracht werden. auf dem weg dort hin begegnet hagen auch dem verfolger des mädchens und tötet ihn, obwohl er erkannt hat, dass es nur ein frommer, hilfsbereiter mönch ist. allerdings behütet er eine kiste gold, was hagen sehr zu pass kommt, da er ja monatlich dem siebenschläfer im rhein geld opfern muss.
    nimmermehr verschwindet übrigens auch nachher im rhein.
    warum nun will sie hagens geheimnis wissen? vielleicht, weil wissen macht ist? … und ich denke auch, dass es in einem selbst dinge gibt, die wie ein geheimnis sind. dinge, die wir nicht wirklich von uns wissen, sondern bestenfalls ahnen. dinge auch, die wir uns nicht mal selbst eingestehen.
    … und ich konnte nicht wirklich ergründen, was es mit „oblivion“ auf sich hat. google spuckt mir seitenweise rollenspiel-links aus.
    … und danke für deinen besuch hier.
    :-))

  3. so tief liegen die wurzeln der deutschen melancholie… des pessimismus… schon in der nibelungensage…
    nimmermehr hat für mich was derart grenzenlos trauriges, was unwiederbringliches…
    nimmermehr ist für mich, wenn jemand stirbt, trennung, trennungsschmerz…

    nein, ich mag dieses wort ganz und gar nicht…
    „auf immer und ewig“ gefällt mir da schon besser… auch wenn ich weiss, dass es illusion ist…
    auch wenn ich weiss, dass es nichts gibt, das „auf immer und ewig“ bleibt… aber der gedanke ist um vieles schöner…

    ich weiss nicht ob es österreischische eigenart ist, oder nur meine *g*, dass ich eine schöne verzaubernde illusion der grausamen realität allemal vorziehe…

    man sagt den österreichern ja nach, dass sie dort, wo andere sagen „die lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“ eher sagen „die lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst“ 😉

  4. stimmt,, ein bisschen melancholie schwingt in dem wort mit. aber ich mag auch seinen klang.
    was deine ausführungen zur natur der deutschen und österreicher betrifft, so magst du auch da ein wenig recht haben. am ehesten passen dann wohl die rheinischen frohnaturen mit ihrer „et hätt noch immer jot jejange“-mentalität zu den österreichern. :-))

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