Tagesarchiv: 14. April 2006

waschtag

[photopress:waschtag_2.jpg,full,pp_empty]foto: servusfranz
als günter zu hause auszog, hatte er den entschluss gefasst, auch wäschemäßig völlig auf eigenen füßen zu stehen. zwar war es recht praktisch, den heimischen wäsche-service zu nutzen, aber das ließ er sich doch nicht nachsagen!

„junge“ , hatte seine mutter immer geseufzt, „was soll das nur werden, wenn du mal allein für dich sorgen musst?“ ganz von der hand zu weisen waren ihre bedenken nicht, denn er legte seine füße nun mal lieber hoch, statt darauf zu stehen.

nun, für diesen karfreitagmorgen hatte er sich einen hausfrauentag … oder wohl eher hausmannstag … vorgenommen. allerdings bedurfte die aktion der gezielten vorplanung, weshalb er sich zunächst mit einem kaffee bewaffnet auf den in der frühlingssonne anheimelnd wirkenden balkon begab und dort im korbgeflecht versank.

im hintergrund lief leise musik, und er fühlte sich entspannt an diesem morgen. entspannter, als es nach dem gestrigen abend zu erwarten gewesen wäre.

während er noch darüber nachdachte, was über das sortieren von wäsche, die verschiedenen arten von waschpulver und die zugabe von weichspüler jemals in seinem leben an sein ohr gedrungen war, läutete das telefon. in dieser phase der planung konnte er eigentlich keine ablenkung brauchen … oder vielleicht doch? jedenfalls griff er nach dem hörer und befand sich alsbald in einer angeregten unterhaltung, die jedoch keinesfalls in irgendeinem zusammenhang mit dem zu bearbeitenden wäscheberg stand, sondern in einer verabredung endete. … und schließlich war morgen auch noch ein tag, und überhaupt wollte er sowieso am ostersonntag zu hause vorbeischauen, schon wegen des festtagsbratens … und vielleicht könnte man bei der gelegenheit auch eben die wäsche …

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