Tagesarchiv: 2. Mai 2006

oh, herr, ich wusste nicht, was ich tat

[photopress:monsignore.jpg,full,centered]

foto: servusfranz

als sich plötzlich eine kleine lücke im wolkeneinerlei auftat, blickte monsignore geggenhuber erschrocken auf. gleichzeitig schloss er seine hand fester um den griff der roten tüte. er hatte nicht wirklich erwartet, dass er es vor dem herrn verborgen halten konnte, aber bis gerade hatte er sich noch relativ unbeobachtet gefühlt. nun jedoch blitzte dort oben ein licht auf, und der verschreckte geistliche errötete. in seinem kopf kreisten die gedanken, und ihm wurde zunehmend unbehaglich zu mute.

wie nur sollte er den inhalt dieser roten tüte vernünftig erklären? es gab keinen grund für einen sittsamen geistlichen, in das erste wäschegeschäft am platze zu gehen und dort einkäufe zu tätigen. nicht unter drei rosenkränzen und sieben vaterunser würde er aus dieser sache wieder herauskommen. sicher würde es auch nicht helfen, wenn er die verräterische verpackung unter seinem langen habit verschwinden lassen würde. außerdem war es sowieso zu spät jetzt. er fühlte sich ertappt, so wie damals, als er in der speisekammer die zum abkühlen abgestellte marmelade in einem anfall von heißhunger niedergerungen hatte. gut, die darauf folgenden bauchschmerzen waren strafe genug. aber so einfach würde er diesmal sicher nicht davonkommen. Weiterlesen

Werbeanzeigen