2. jenseits von afrika

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völlig erschüttert vom plötzlichen und nicht ganz freiwilligen dahinscheiden seines bruders machte sich mauro leonetti auf den weg zu dem strandlokal, das er in menton betrieb. fast 95jährig blickte er zurück auf ein bewegtes, ereignisreiches leben. dennoch war der mord an seinem einzigen bruder dazu angetan, ihn in herbe verzweiflung zu stürzen. nie hätte er der unscheinbaren antonella eine solche tat zugetraut. wohl kannte er sie nicht in all ihren finsteren facetten, denn schon früh hatte er das elterliche haus an der ligurischen küste verlassen, um dem ruf der fremdenlegion zu folgen. lange jahre hatte er in afrika gelebt, was ihn entscheidend geprägt und sogar bei der ausgestaltung seines restaurants beeinflusst hatte, das er nach seinem abschied von der armee in dem verträumten örtchen an der französischen küste eröffnet hatte. die geschäfte liefen gut, und er hätte sich aufs altenteil zurückziehen können, doch war er eine starke persönlichkeit, die sich nicht gerne in die karten gucken ließ. insgeheim nannte man ihn den padrone von menton, aber davon wollte mauro natürlich nichts wissen.

im gegensatz zu dem stets schwächelnden und verweichlichten eduardo, der an der seite der nun zur mörderin gewordenen antonella ein bescheidenes leben als kleiner bahnbeamter gefristet hatte, lebte mauro auf großem fuß … in beiderlei bedeutung des wortes, denn er war sowohl überaus vermögend als auch von hünenhafter gestalt, einschließlich der zugehörigen füße. dies war ihm beim austreten von buschbränden oft von vorteil gewesen, erwies sich im täglichen gebrauch aber als unkommod.

wenn zwei brüder so unterschiedlich sind, kommt irgendwann der verdacht auf, dass die dinge nicht dergestalt zusammenhängen, wie es nach außen erscheinen mag … und an der auflösung dieses geheimnisses krankte mauro seit vielen jahren. oft hatte er eduardo beobachtet, nach ähnlichkeiten, eventuellen gemeinsamkeiten gesucht. er war ihm immer fremd geblieben, obwohl mauro aus unerfindlichen gründen an dem jüngeren bruder hing.

was war damals geschehen, als die eltern unter zurücklassung seiner nach südamerika gegangen und nach wenigen jahren mit diesem bündel namens eduardo im arm zurückgekehrt waren? …

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3 Antworten zu “2. jenseits von afrika

  1. auszüge aus der diskussion zu diesem bild:

    „der bruder des opfers war in wirklichkeit sein vater! das is doch klar wie stiefelwichse…
    das is überhaupt eine inzestuöse familie (wie die meisten mafia-clans), diese leonettis.“

    „… und nein, mauro kann nicht eduardos vater sein, denn er blieb als kind zurück in italien bei der großmutter selig, während die eltern nach südamerika gingen, um dort ihr glück zu suchen … und nicht zu finden (weswegen sie zurückkehrten).
    ich weiß auch noch nicht, was da los ist. vielleicht fällt es mir morgen ein. :-)“

    „also eduardo ist natürlich ein adoptivkind aus uruguay – die eltern wollten sich eigentlich den mauro aus italien per post schicken lassen, aber dann stand plötzlich ein paket vor der haustür…und anstatt mauro war der eduardo drin. immer diese postboten!!“

  2. eine definitive klärung der sachlage wird wohl der termin bei kalwass bringen… sie klärt um 2 uhr mittags immer alles auf… 😉

  3. … diese frau kalwass hab ich gefressen! überhaupt hasse ich diese nachmittags-shows, weil keine 10 % der anwesenden ein vernünftiges deutsch sprechen! :-)))

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