3. männergespräche

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eduardos beisetzung hätte eigentlich im engsten familienkreis stattfinden sollen. aber nachdem man die unglückliche antonella ins bezirksgefängnis geschafft hatte, blieb nur noch mauro leonetti übrig, denn beide brüder waren kinderlos geblieben … zumindest offiziell. mauros plötzlicher eintritt in die fremdenlegion war seinerzeit nämlich auch eine art flucht vor eventuell eingetretenen „schwierigkeiten“ mit einer gewissen marcella gewesen. aber das lag lange zurück, und er hatte nie wieder etwas von ihr gehört.

mauro bat also seine engsten freunde nach der einäscherung in sein lokal, um seines bruders in würde zu gedenken.

am vortag hatte mauro das elterliche hause aufgesucht, um die auflösung desselben in die wege zu leiten. er ging durch die lange nicht mehr betretenen räume, schaute hier und dort in schränke und laden, und nahm schließlich am fenster platz, um hinaus auf das meer zu blicken und nachzudenken. nach einer weile fiel ihm das bild seiner eltern ins auge, das auf einem niedrigen schrank vor sich hin staubte. er stand auf, nahm es zur hand, und da ihm der billige, abgestoßene rahmen zutiefst missfiel, schickte er sich an, das bild herauszunehmen. die eingerosteten nägel schienen mit der papprückwand verwachsen zu sein, doch mit einigem kraftaufwand gelang es mauro, sie zu lösen. zu seiner großen überraschung flatterte ihm ein vergilbtes schreiben entgegen, das hinter dem bild verborgen war. noch erstaunter war er allerdings, als er das dokument las. sein spanisch war zwar nicht perfekt, aber er konnte dem inhalt dennoch entnehmen, dass es sich um die geburtsurkunde seines bruders handelte … ausgestellt in mendoza, argentinien. das an sich war nicht verwunderlich, denn eduardo war ja zu der zeit geboren, als die leonettis sich in südamerika aufgehalten hatten; damals, als der vater geglaubt hatte, sich dort als weinbauer eine neue existenz schaffen zu können.

nein, verwundert war mauro wegen der namen, die er auf dem dokument las. … und genau darüber sprach er bei der totensuppe mit carlo, seinem engsten vertrauten, den er zu recherchen nach argentinien zu schicken gedachte. …

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Eine Antwort zu “3. männergespräche

  1. auszüge aus der diskussion zu diesem bild:

    „aber mauro hat leider gottes keinen funken kunstverstand – und hat sich in das papier geräuschvoll geschneuzt : aus trauer um seinen bruder!“

    „das ist ein genialer gedanke, aber im moment brauche ich das dokument noch, denn carlo parigi ist bereits damit nach argentinien aufgebrochen … fiel mir gerade im auto ein. :-)“

    „der carlo parigi ist doch analphabet! was will der denn mit dem papierl? dieses ominöse papier ist wahrscheinlich ein lotto-zwölfer aus dem jahre 1923 (mussolini’s marsch auf rom!) oder vielleicht ein strafzettel für falschparken aus dem jahre 1959?“

    „… nein, carlo parigi ist anwalt. er regelt die nicht immer ganz durchsichtigen geschäfte des herrn leonetti … und deine einlässe muss ich mir unbedingt merken. du hast schon immer sinn für unglaubliche und doch aus dem leben gegriffene wendungen gehabt.
    dieses haus ist auch noch nicht völlig entrümpelt. da kann man noch so allerlei finden … !“

    „…aber was ist mit argentinien menno!!!“

    „avvocato parigi wird sich eventuell morgen nach argentinien verfügen … wenn ich zeit habe. :-))
    immerhin hab ich schon einen flug rausgesucht!“

    „das flugzeug wird abstürzen: mauro hat eine bombe auf der toilette versteckt! er verdächtigt nämlich seinen analphabetischen anwalt, ihn seit jahren mit seiner sekretärin zu betrügen, imho“

    „vielleicht stürzt es über dem montblanc ab – und dieser carlo überlebt als einziger und taumelt (nach dem schock seiner erinnerung beraubt) allein zu tal… das wertvolle originaldokument an seinem herzen geborgen“

    „… ach, da kommt ja doch noch etwas dramatische romantik auf.
    alles wird gut! :-)))“

    „vielleicht sollten wir uns mit dem nächsten bild der antonella wieder mehr zuwenden? immerhin ist so eine u-haft unter mordanklage auch kein honiglecken, imho. noch dazu für so eine leidenschaftliche frau“

    „gut, morgen schicken wir erst mal den alten parigi nach argentinien und lassen ihn nachforschen … danach kümmern wir uns um antonella. wir wollen sie doch nicht gleich fallen lassen, nur wegen des bisschen mordens. :-)))“

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