7. öl und flammende herzen

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da die sitzungen der beiden herren in der bibliothek sich üblicherweise bis in den späteren abend zogen, beschloss signora bertolli, nach imperia zum familieneigenen olivenölwerk zu fahren. das testament hatte für den fall des ablebens ihres bruders vorgesehen, dass die hälfte des beachtlichen besitzes an sie fiele, was eine kluge vorkehrung gewesen war, denn der einzige sohn des verstorbenen war ein unfähiger schwachkopf, der sich lieber dem leichten leben hingab und die verwaltung der carli-werke seiner tante überließ.

signora bertolli kümmerte sich in ihrer umsichtigen art um alles, so wie sie immer für alles sorge getragen hatte. sie gehörte zu den menschen, die sich offenbar klaglos in ein leben in der zweiten reihe fügten. schon ihr äußeres war unscheinbar. stets trug sie kleider oder kostüme aus feinem grauen flanell, im sommer auch solche aus edlem leinen. ihr haar hatte dieses undefinierbare straßenköterblond und war stets sorgsam hochgesteckt. die absätze ihrer schuhe überschritten niemals eine geziemliche höhe. mit leiser, aber bestimmter stimme gab sie ihre anweisungen, ihre bewegungen waren von katzenhafter eleganz, doch ebenso lautlos. signora bertolli war sozusagen im schatten verwurzelt und wäre im wärmenden strahl der sonne wohl verglüht.

doch tief im verborgenen loderte ein flämmchen, ein fünkchen leben zwar nur, aber es schrie dennoch unaufhörlich nach nahrung, ungehört von allen, die sie umgaben.

eine karriere als anwältin hatte der vater seiner hochintelligenten tochter versagt und ihr lediglich eine ausbildung als anwaltsgehilfin gestattet. mit den jahren machte die wendige mitarbeiterin sich jedoch für carlo parigi unentbehrlich. jede akte und jede absprache ging über den schreibtisch der signora … und in der blüte ihrer jugend hätte sie sogar fast den sprung vom tisch ins bett des erfolgreichen avvocatos geschafft. sie erstickte zwar die lodernden flammen ihres herzens, doch hatte sie ihm nie verziehen, dass er kurz vor der leicht dahin versprochenen hochzeit eine rassige brasilianerin ins haus geschleppt hatte. völlig überstürzt ehelichte signora bertolli daraufhin einen verarmten nudelfabrikanten, der sie alsbald als witwe zurückließ.

mit ihrem kleinwagen fuhr signora bertolli also auf den hof des olivenölwerks. es war schon nach geschäftsschluss, und so konnte sie niemand bei dem beobachten, was sie im labor tat. …

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Eine Antwort zu “7. öl und flammende herzen

  1. auszüge aus der diskussion zu diesem bild:

    „ich finde, frau bertolli sollte eigentlich irgendwann herrn barilla und die geschwister voiello treffen und alle zusammen endlich ein bißchen nudeln zubereiten…;-) (al dente, versteht sich)“

    „der arme nudelfabrikant! er wurde zu der alten olivenpresse eines nachts von seiner teuflischen frau, jetzt witwe bertolli, hingelockt, eingespannt und zu brei gequetscht! heute noch spukt sein geist bei neumond durch das olivenölmuseum und heult wie zehn schlosshunde zusammen.
    diese unscheinbare bertolli scheint mir überhaupt der sinistre ungeist der ganzen tele-novela zu sein: sie hat sicher auch die arme antonella mit erfundenen verdächtigungen und sonstigem tratsch zum mord an ihrem armen mauro angestachelt.
    und kichert sich jetzt eins bei ölpantschen…“

    „das strassenkoeterblond ist schade als wort hier..
    der olle olivenbaum ist sehr schoen im foto.
    …hoffentlich passiert niemandem was schlimmes..
    sind verwandte von dir, die oelscheiche??“

    „ich liebe die bezeichnung „straßenköterblond“. da kann ich mir eine schön nichtssagende farbe drunter vorstellen. :-)))
    … und nein, verwandte in dieser richtung habe ich nicht.“

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