erwin hochstätter

113,-großer-mann,-neu,-600.jpgwie üblich hatte alles mit einer idee angefangen. der geschäftsgedanke „dinge, die die welt nicht braucht“ war ursprünglich einer bierlaune entsprungen, doch ehe erwin sich versah, war er der herr über ein imperium, das sich mit der entwicklung und vermarktung überflüssiger sachen wie z.b. „katzenstreu mit winterduft“ beschäftigte. der „mitzählende flaschenöffner“ war noch ein massenartikel, andere produkte des hauses zeigten sich schon exklusiver, und die warenpalette gipfelte im „frühstückseiersollbruchstellenmarkierer in edelstahl als designer-modell in limitierter auflage“.

kurz, erwin hatte es geschafft, obwohl es ihm eigentlich niemand zugetraut hätte. zu schulzeiten war seine rolle eher die des klassenclowns als die des klassenprimus gewesen, und die blondlockige luise hätte sich dereinst nie an der seite des immer schon etwas fettleibigen erwins gesehen. nun trug sie kleider aus der ersten boutique am platze und fuhr ein silbergraues cabrio, auf dessen tür dezent das firmenlogo prangte. bei jeder gesellschaftlichen veranstaltung im ort waren die hochstätters gern gesehene ehrengäste, schon deshalb, weil sich erwin als mann des volkes fühlte und sich nie lumpen ließ.

erwin war grundsätzlich betrachtet zufrieden mit seinem leben. nur ein problem hatte er noch nicht lösen können: wie lutscht man eckige bonbons rund, ohne dass die zunge wund wird?

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